Im Juli trafen sich 50 Kajakbegeisterte aus 7 Nationen im niederländischen Friesland und wir, Edmund und Bärbel Hommen, Paul Ott und eine Paddelfreundin aus Neuwied, waren 10 Tage mit dabei. Ria, Peter, Marian und Erkan organisierten ein Jahr im voraus Campingplatz, planten Kajaktouren auf Kanälen, Seen und dem Wattenmeer und stellten ein vielseitiges Besichtigungsprogramm zusammen.
Bei dieser großen Gruppe fand jeden Tag ein „Briefing“ statt, wir lernten alle Teilnehmer kennen und es gab Infos zu den täglichen Aktionen. Gleich am ersten Tag paddelten wir in Harlingen durch kleine enge Kanäle mit ihren kleinen Giebelhäusern und durch größere Grachten mit Kaufmanns- und Patrizierhäusern. Leider war das Wetter uns in den ersten Tagen nicht so holt, es stürmte und regnete und an eine Ausfahrt ins Wattenmeer war nicht zu denken. Also starteten wir an weiteren Paddeltagen vom Campingplatz aus und paddelten die ruhigen Verbindungskanäle zu umliegenden Ortschaften mit ihrem typischen „holländischem Flair“, entdeckten große Villen mit ihren imposanten Gärten und begegneten Motorbooten und Frachtkähnen.
Ria und Peter stellten uns ihren Kajakclub „Onder de Wadden“ vor und Vereinsmitglieder empfingen uns. Eine anschließende Paddelrunde durch die Stadt und ein Stadtrundgang machten den Tag komplett.
Ein besonderes Erlebnis war die Fähr-Überfahrt nach Vlieland, eine der fünf bewohnten Westfriesischen Inseln. Da die Insel autofrei ist, erkundeten wir sie mit geliehenen „de fiets“ bis zur Südspitze und lernten die Gewalt der Nordsee kennen. Am Strand ließen wir uns vom Wind durchpusten und trauten uns nur mit den Füßen ins Wasser.
Endlich, am letzten Tag war es soweit und wir konnten durch ein Schleusentor in den Harlinger Hafen und raus aufs Wattenmeer paddeln. Eine gute Brise begrüßte uns und es ging entlang der grünen Betonnung Richtung Afsluitdijk Wadden Center. Viele Segelboote, historische Frachtsegler und Motorboote fuhren, wie an einer Perlenschnur geführt, durch die betonnte Schifffahrtsroute und boten uns ein imposantes Bild. Am Afsluitdijk Wadden Center angekommen, hatte die Ebbe seit einer Stunde wieder eingesetzt. Es war eine Herausforderung aus dem Boot zu steigen und die Boote an Land zu tragen, denn die Füße versanken bis über die Knöchel im Schlamm ein.
Danach besuchten wir das Afsluitdijk Wadden Center und informierten uns über den historischen niederländischen Wasserbau und innovative Zukunftsprojekte die in kommenden Jahren anstehen. Der Afsluitdijk-Deich schließt das Ijsslmeer zur Nordsee ab und schützt die Bewohner der Ijsslmeerregion vor Fluten der Nordsee und dient als Süßwasserreservoir für die niederländische Trinkwasserversorgung.
Nach 10 Tagen mussten wir mit Wehmut die Heimreise antreten und nahmen Abschied von der Gruppe, die in das Naturschutzgebiet Ossenzijl weiterreiste und dort eine zweite Paddelwoche erlebte. Es war wieder schön neue Paddel-Verrückte kennenzulernen, trotz der Sprachbarrieren war es wieder ein freundliches Miteinander mit regem Austausch über die verschiedensten Paddelreviere. Vielen Dank für die hervorragende Organisation.
Unsere französische Freundin Cathie (Kehler Paddelgilde) kündigte für nächstes Jahr im Juli ein zweiwöchiges Treffen im Elsass an. In der Region gibt es auf beiden Seiten des Rheins zahlreiche Möglichkeiten zum Paddeln und ein reichhaltiges touristisches Angebot. Für uns steht fest, wir werden gerne dabei sein!